Automatisierte Produktdaten-Pflege: Wie Sie mit APIs und Webhooks Zeit bei WooCommerce und Shopify sparen
Erfahren Sie, wie Sie mit APIs und Webhooks Ihre Produktdaten in WooCommerce oder Shopify automatisch aktualisieren – von Preisänderungen bis zum Lagerbestandssync mit ERP-Systemen wie SevDesk. Praktische Beispiele und Schritt-für-Schritt-Anleitungen für mehr Effizienz im E-Commerce.
Automatisierte Produktdaten-Pflege: Wie Sie mit APIs & Webhooks Zeit bei WooCommerce & Shopify sparen
Wer einen Online-Shop betreibt, kennt das Problem: Produktdaten wie Preise, Lagerbestände oder Beschreibungen müssen ständig aktualisiert werden – und das oft in mehreren Systemen gleichzeitig. Manuell ist das nicht nur fehleranfällig, sondern frisst auch wertvolle Zeit, die Sie eigentlich in Marketing oder Kundenbetreuung stecken könnten.
Die Lösung? Automatisierung durch APIs und Webhooks. Mit diesen Technologien synchronisieren Sie Ihre Produktdaten nahtlos zwischen Ihrem Shop (WooCommerce oder Shopify) und anderen Tools wie ERP-Systemen (z. B. SevDesk), Lieferantenplattformen oder Preismanagement-Software. Das Ergebnis: weniger manueller Aufwand, weniger Fehler und mehr Zeit für das Wesentliche.
In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie konkrete Prozesse wie automatische Preisupdates oder Lagerbestands-Synchronisation umsetzen – mit praktischen Beispielen und Tipps für die Umsetzung in Ihrem Shop.
Warum manuelle Produktdaten-Pflege ein Albtraum ist
Stellen Sie sich vor, Sie betreiben einen Shop mit 500 Artikeln. Ihr Großhändler erhöht die Einkaufspreise, Sie müssen die Verkaufspreise anpassen – und das nicht nur im Shop, sondern auch in Ihrem ERP-System, auf Amazon und vielleicht noch in einem zweiten Shop. Bei jeder kleinen Änderung verbringen Sie Stunden mit Kopieren, Einfügen und Überprüfen.
Die typischen Pain Points:
- Fehler durch manuelle Eingaben: Ein falscher Preis oder Lagerbestand kann zu verlorenen Verkäufen oder verärgerten Kunden führen.
- Zeitversatz zwischen Systemen: Wenn der Lagerbestand im Shop nicht mit dem ERP übereinstimmt, verkaufen Sie vielleicht Ware, die gar nicht mehr da ist.
- Skalierungsprobleme: Je mehr Produkte und Vertriebskanäle Sie haben, desto unmöglicher wird die manuelle Pflege.
Hier kommen APIs (Application Programming Interfaces) und Webhooks ins Spiel. Während APIs eine direkte Kommunikation zwischen Systemen ermöglichen, fungieren Webhooks als eine Art "Push-Benachrichtigung", die Änderungen in Echtzeit weitergibt.
APIs vs. Webhooks: Was ist der Unterschied?
Bevor wir in die Praxis einsteigen, klären wir kurz die Begriffe – denn beide Technologien ergänzen sich, haben aber unterschiedliche Einsatzgebiete.
APIs: Die Brücke zwischen Systemen
Eine API ist wie ein Dolmetscher, der zwei Softwarelösungen miteinander sprechen lässt. **Sie senden eine Anfrage (z. B. "Hole mir den aktuellen Lagerbestand von Artikel XY") und erhalten eine Antwort im maschinell lesbaren Format (meist JSON oder XML).
Beispiel: Ihr Shopify-Shop fragt alle 30 Minuten per API bei Ihrem ERP-System (z. B. SevDesk) nach, ob sich Lagerbestände geändert haben, und aktualisiert sie automatisch.
Vorteile:
- Gezielte Abfragen möglich (z. B. nur bestimmte Produkte).
- Gut für regelmäßige, aber nicht zeitkritische Updates.
Nachteile:
- Polling nötig: **Sie müssen aktiv nach Änderungen fragen (z. B. alle 30 Minuten), was bei vielen Produkten Serverlast erzeugen kann.
- Keine Echtzeit-Updates.
Webhooks: Echtzeit-Updates ohne Umwege
Ein Webhook ist im Grunde ein automatischer Rückruf. Statt dass Ihr Shop ständig nachfragt ("Gibt’s was Neues?"), meldet sich das andere System von selbst, sobald sich etwas ändert.
Beispiel: Sobald Sie in SevDesk einen Lagerbestand ändern, sendet das System einen Webhook an Ihren WooCommerce-Shop, der die Daten sofort übernimmt.
Vorteile:
- Echtzeit-Synchronisation – keine Verzögerungen.
- Kein Polling nötig, also weniger Serverlast.
Nachteile:
- Etwas komplexer in der Einrichtung (Sie müssen eine URL bereitstellen, die die Daten empfängt).
- Nicht alle Systeme unterstützen Webhooks (aber die meisten modernen ERPs und Shops schon).
Fazit: Für die meisten Shops ist eine Kombination aus beiden ideal – APIs für regelmäßige Abgleiche, Webhooks für kritische Echtzeit-Updates wie Lagerbestände.
Praktische Beispiele: So automatisieren Sie Ihre Produktdaten
Jetzt wird’s konkret. Hier sind drei typische Szenarien, in denen Automatisierung Ihre Arbeit deutlich erleichtert – mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen für WooCommerce und Shopify.
1. Automatische Preisupdates aus dem ERP (z. B. SevDesk)
Problem: Ihr Großhändler passt die Einkaufspreise an, und Sie müssen die Verkaufspreise in Ihrem Shop manuell anpassen – vielleicht sogar mit unterschiedlichen Aufschlägen pro Kategorie.
Lösung: Nutzen Sie die SevDesk-API, um Preisänderungen automatisch in WooCommerce oder Shopify zu übernehmen.
Umsetzung in WooCommerce:
- API-Zugang in SevDesk einrichten:
- Gehen Sie in SevDesk zu Einstellungen > API und generieren Sie einen API-Schlüssel.
- Notieren Sie sich die Base-URL (meist
https://my.sevdesk.de/api/v1) und Ihren Schlüssel.
- WooCommerce mit SevDesk verbinden:
- Installieren Sie ein Plugin wie "WP Webhooks" oder "AutomateWoo" (für komplexere Logik).
- Richten Sie einen Webhook-Trigger ein, der auf Preisänderungen in SevDesk reagiert.
- Alternativ: Nutzen Sie ein Custom-Script (z. B. in PHP), das regelmäßig die SevDesk-API abfragt und die Preise in WooCommerce aktualisiert.
- Preisregeln definieren:
- Legen Sie fest, wie die Preise übertragen werden sollen (z. B. "Einkaufspreis + 30% Aufschlag").
- In SevDesk können Sie Kategorien oder Tags nutzen, um unterschiedliche Aufschläge pro Produktgruppe zu steuern.
Umsetzung in Shopify:
Shopify bietet mit Shopify Flow (für Shopify Plus-Nutzer) oder Apps wie "Zapier" oder "Make (ehemals Integromat)" einfache Möglichkeiten:
- SevDesk mit Shopify verbinden:
- Nutzen Sie Zapier als Mittelsmann: Erstellen Sie einen Zap, der bei einer Preisänderung in SevDesk den entsprechenden Artikel in Shopify aktualisiert.
- Falls Sie Entwickler-Kenntnisse haben, können Sie die Shopify Admin API direkt ansteuern.
- Automatische Aufschläge einrichten:
- In Zapier können Sie Formeln hinterlegen (z. B.
{{Einkaufspreis}} * 1.3für 30% Aufschlag).
- In Zapier können Sie Formeln hinterlegen (z. B.
Tipp: Falls Sie Staffelpreise oder Mengenrabatte nutzen, sollten Sie diese Logik entweder in SevDesk oder direkt im Shop hinterlegen (z. B. mit WooCommerce Dynamic Pricing oder Shopify Discount Apps).
2. Lagerbestands-Sync zwischen Shop und ERP
Problem: **Sie verkaufen ein Produkt im Shop, aber der Lagerbestand wird nicht in Ihrem ERP (z. B. SevDesk) aktualisiert – oder umgekehrt. Das führt zu Überverkäufen oder falschen Bestellungen.
Lösung: Ein bidirektionaler Abgleich zwischen Shop und ERP, idealerweise in Echtzeit via Webhooks.
Umsetzung in WooCommerce:
- Webhook in SevDesk einrichten:
- Gehen Sie in SevDesk zu Einstellungen > Webhooks und erstellen Sie einen neuen Webhook.
- Wählen Sie das Ereignis "Lagerbestand geändert" aus.
- Als Ziel-URL tragen Sie die Webhook-URL Ihres WooCommerce-Shops ein (z. B.
https://ihrshop.de/wp-json/webhooks/v1/sevdesk-stock).
- WooCommerce für Webhooks vorbereiten:
- Installieren Sie das Plugin "Webhooks for WooCommerce".
- Erstellen Sie einen neuen Webhook-Listener, der die Daten von SevDesk entgegennimmt und den Lagerbestand aktualisiert.
- Andersherum: WooCommerce → SevDesk syncen
- Nutzen Sie das Plugin "AutomateWoo", um bei jeder Bestellung in WooCommerce den Lagerbestand in SevDesk zu reduzieren.
- Alternativ: Ein Custom-Script, das nach jeder Bestellung die SevDesk-API aufruft.
Umsetzung in Shopify:
Shopify bietet hier zwei Wege:
- Mit Shopify Flow (für Plus-Nutzer):
- Erstellen Sie einen Flow, der bei einer Bestellung den Lagerbestand an SevDesk sendet.
- Nutzen Sie die HTTP-Anfrage-Aktion, um die SevDesk-API aufzurufen.
- Mit einer App wie "Stocky" oder "Zapier":
- "Stocky" synchronisiert Lagerbestände zwischen Shopify und externen Systemen.
- In Zapier können Sie einen Zap einrichten, der bei einer Shopify-Bestellung den Bestandsabgleich in SevDesk auslöst.
Wichtig: Achten Sie darauf, dass der Abgleich in beide Richtungen funktioniert – also nicht nur Shop → ERP, sondern auch ERP → Shop (z. B. wenn Sie manuell im ERP Bestände korrigieren).
3. Produktdaten aus Lieferanten-Portalen importieren
Problem: Ihre Lieferanten stellen Produktdaten (Bilder, Beschreibungen, Preise) in einem Portal bereit, und Sie müssen sie händisch in Ihren Shop übertragen.
Lösung: Nutzen Sie die API des Lieferanten, um Daten automatisch zu importieren – entweder direkt oder über einen Zwischenstop wie Google Sheets.
Beispiel: Import von Produktdaten via CSV/API
- Lieferanten-API prüfen:
- Viele Großhändler (z. B. im B2B-Bereich) bieten APIs an, um Produktdaten abzurufen.
- Falls nicht, fragen Sie nach einer CSV- oder Excel-Exportfunktion (die Sie dann automatisiert einlesen können).
- Automatisierung mit WooCommerce:
- Nutzen Sie das Plugin "WP All Import", um CSV-Dateien automatisch in WooCommerce zu importieren.
- Falls der Lieferant eine API hat, können Sie ein Custom-Script schreiben (z. B. in Python oder PHP), das die Daten abruft und per WooCommerce REST-API einpflegt.
- Automatisierung mit Shopify:
- Nutzen Sie die App "Excelify" oder "Matrixify", um CSV-Dateien automatisch zu importieren.
- Für API-basierte Importe eignet sich "Zapier" oder ein Custom-Script mit der Shopify Admin API.
Tipp: Falls Ihre Lieferanten keine API anbieten, können Sie mit Tools wie "Phantombuster" oder "ParseHub" Daten von Webseiten scrapen und in Ihren Shop importieren (aber Achtung: Prüfen Sie die rechtlichen Bedingungen!).
Welche Tools und Plugins Sie brauchen
Je nach Shop-System und Anforderungen gibt es verschiedene Lösungen. Hier eine Übersicht der wichtigsten Tools:
| Anwendung | WooCommerce | Shopify |
|---|---|---|
| API/Webhook-Basis | WooCommerce REST API | Shopify Admin API |
| Webhook-Handling | WP Webhooks, AutomateWoo | Shopify Flow (Plus), Zapier |
| ERP-Integration | SevDesk Plugin, Custom API-Skripte | Zapier, Make (Integromat) |
| Lagerbestands-Sync | ATUM Inventory, Stock Sync | Stocky, Back in Stock |
| Preisautomatisierung | Dynamic Pricing, Tiered Price Table | Bold Discounts, Discount Manager |
| Datenimport | WP All Import, Product Import Export | Excelify, Matrixify |
Für Entwickler: Falls Sie selbst Hand anlegen wollen, sind diese Ressourcen hilfreich:
- WooCommerce REST API-Dokumentation (für Produkt-, Bestands- und Preisupdates)
- Shopify Admin API (insbesondere die Endpoints für
productsundinventory) - SevDesk API-Dokumentation (für Bestands- und Preisabgleiche)
Typische Fallstricke – und wie Sie sie vermeiden
Auch wenn Automatisierung vieles einfacher macht, gibt es ein paar Stolpersteine, die Sie kennen sollten:
- Datenformat-Konflikte:
- Nicht alle Systeme nutzen die gleichen Felder (z. B. heißt "Lagerbestand" in SevDesk
stock, in WooCommercestock_quantity). - Lösung: Nutzen Sie eine Mapping-Tabelle (z. B. in Google Sheets), die definiert, welche Felder wo hin gehören.
- Nicht alle Systeme nutzen die gleichen Felder (z. B. heißt "Lagerbestand" in SevDesk
- API-Limits und Ratenbegrenzungen:
- Viele APIs erlauben nur eine bestimmte Anzahl an Anfragen pro Minute (z. B. 60 Requests/min bei Shopify).
- Lösung: Planen Sie Ihre Abfragen so, dass Sie nicht gegen die Limits laufen (z. B. alle 5 Minuten statt alle 30 Sekunden).
- Fehlende Fehlerbehandlung:
- Wenn die API einmal nicht antwortet, bricht Ihr ganzer Prozess zusammen.
- Lösung: Bauen Sie Retry-Logik ein (z. B. "Wenn die API nicht antwortet, versuche es in 5 Minuten nochmal").
- Sicherheitsrisiken:
- API-Schlüssel sind wie Passwörter – wenn sie in die falschen Hände geraten, kann jemand Ihre Daten manipulieren.
- Lösung:
- Nutzen Sie umgebungsabhängige Schlüssel (z. B. separate Keys für Test- und Live-System).
- Beschränken Sie API-Zugriffe auf bestimmte IP-Adressen (falls möglich).
- Performance-Probleme:
- Wenn Sie tausende Produkte auf einmal aktualisieren, kann das Ihren Shop verlangsamen.
- Lösung:
- Nutzen Sie Batch-Verarbeitung (z. B. 100 Produkte auf einmal).
- Führen Sie Updates außerhalb der Stoßzeiten durch (z. B. nachts).
Wann lohnt sich der Aufwand?
Nicht jeder Shop braucht eine vollautomatisierte Produktdaten-Pflege. Für wen es sich wirklich auszahlt:
✅ Shops mit mehr als 500 Produkten – hier spart Automatisierung Stunden pro Woche. ✅ Multi-Channel-Händler (Shop + Amazon + eBay + stationärer Verkauf) – ohne Automatisierung ist die Datenpflege kaum noch handhabbar. ✅ Shops mit häufigen Preisänderungen (z. B. durch Lieferanten oder saisonale Aktionen). ✅ B2B-Händler mit komplexen Preisstrukturen (Staffelpreise, Kundenrabatte etc.).
Für wen es (noch) nicht nötig ist: ❌ Kleine Shops mit weniger als 100 Produkten und seltenen Änderungen. ❌ Shops, die nur einen Vertriebskanal nutzen (z. B. nur Shopify ohne ERP-Anbindung).
Faustregel: Wenn Sie mehr als 2 Stunden pro Woche mit manueller Datenpflege verbringen, sollten Sie über Automatisierung nachdenken.
Fazit: Mehr Zeit fürs Wesentliche
Automatisierte Produktdaten-Pflege ist kein Hexenwerk – aber sie erfordert etwas Einarbeitungszeit. Die gute Nachricht: Einmal eingerichtet, läuft sie wie von selbst und spart Ihnen auf Dauer sitzende Stunden im Jahr.
Die wichtigsten Schritte im Überblick:
- Analysieren Sie Ihre Pain Points – Wo verlieren Sie am meisten Zeit? Preise? Lagerbestände? Produktbeschreibungen?
- Wählen Sie die richtigen Tools – APIs für regelmäßige Abgleiche, Webhooks für Echtzeit-Updates.
- Starten Sie klein – Beginnen Sie mit einem Prozess (z. B. Lagerbestands-Sync) und erweitern Sie später.
- Testen Sie gründlich – Besonders bei Preisänderungen oder Bestandsupdates können Fehler teuer werden.
- Dokumentieren Sie Ihr Setup – Falls Sie später Änderungen vornehmen müssen, wissen Sie, was wo hängt.
Falls Sie unsicher sind, wie Sie die Automatisierung in Ihrem Shop umsetzen sollen, helfe ich Ihnen gerne weiter. In einem kostenlosen Beratungsgespräch analysieren wir Ihre aktuellen Prozesse und finden die beste Lösung für Ihre Anforderungen.
Wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie bereits Erfahrungen mit APIs oder Webhooks in Ihrem Shop gemacht – oder stehen Sie noch ganz am Anfang? Egal, wo Sie stehen: Der erste Schritt zur Automatisierung ist oft der schwerste, aber auch der lohnendste.